Grundregeln des Würzens

Die wichtigsten Grundregeln des Würzens

Beim Würzen heißt die Devise: Öfter abschmecken und auch einmal etwas Neues ausprobieren.
Lassen Sie beim Würzen Ihrer Phantasie freien Lauf. Ein paar Regeln gibt es allerdings, die Sie beachten sollten:

Gewürze geben eine Nuance oder betonen den Geschmack der Zutaten nur. Das Gewürz soll den Charakter des Gerichts nur unterstreichen bzw. ergänzen.

Der Eigengeschmack des Gerichts muss immer im Vordergrund bleiben.

Gewürze werden mehr nach der Zubereitungsart als nach den Rohstoffen ausgewählt, weshalb auch immer mehr Mischgewürze auf den Markt kommen.

Wichtig für Fleisch und Fisch ist der Zeitpunkt wann man würzt.

Gemahlene Gewürze werden erst kurz vor Ende der Garzeit unter die Speisen gemischt, da durch die Hitzeeinwirkung die ätherische Öle verfliegen.
Ganze, zerstoßene Gewürze werden ebenfalls erst kurz vor der Fertigstellung unter die Speisen gerührt.
Ganze, unzerstoßene Gewürze, die in Flüssigkeiten ziehen müssen, werden den Speisen zu Beginn zugegeben, da sie dann besser ihr Aroma entwickeln.
Dünsten Sie Paprika, Curry, Knoblauch, Chillies lieber leicht an, damit sich das Aroma frei entfalten kann. Zu heißes Fett lässt bitter schmecken.

Gartenkräuter wie z.B. Petersilie, Schnittlauch, Dill, können großzügig verwendet werden, sollten aber in der Regel erst zum Schluss  des Garvorganges an die Speisen gegeben werden.
Einige Kräuter sollten vorsichtiger dosiert werden, z.B. Beifuß, Bohnenkraut, Majoran, Liebstöckel, Rosmarin, entfalten ihre Würzkraft erst beim Mitgaren.

Haltbarkeit und Aufbewahrung von Gewürzen und Kräutern

Gewürze sind aromatische Naturprodukte, deren Haltbarkeit in der Regel lang, aber nicht unbegrenzt ist.
Insbesondere bei gemahlenen Produkten können Luft- und Lichteinflüsse das Aroma und damit die Würzkraft stark vermindern.

Deshalb sollten Sie Gewürze nur in kleinen Mengen kaufen.
Ein für viele Jahre ausreichender Vorrat würde seine Würzkraft vor dem endgültigen Verbrauch bereits verloren haben.

Unzerkleinerte Gewürze haben die längste Haltbarkeit. Ingwer, Kardamom, Muskatnuss, Pfefferkörner und Zimtstangen halten sich bis zu vier Jahre.

Anis, Dillsamen, Korianderkörner und Nelken können bis zu fünf Jahre aufbewahrt werden.

Zerkleinerte Gewürze, z.B. gemahlene Muskatnuss, verlieren, falls nicht luftdicht verschlossen und lichtgeschützt aufbewahrt, nach wenigen Monaten bereits ihre ursprüngliche Würzkraft. Der für den Geschmack und Geruch eines Gewürzes wichtige Inhaltsstoff, das ätherische Öl, nimmt infolge der Zerkleinerung ab.

Getrocknete Kräuter sollten nicht länger als ein Jahr gelagert werden.

Eine optimale Lagerung Ihrer Rohgewürze, Gewürzmischungen und getrockneten Kräuter ist ebenfalls entscheidend:

Gewürze sollten einzeln, kühl, trocken und möglichst lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Zu empfehlen sind Gewürzdosen oder- gläser mit luftdichtem Verschluss.

So angenehm es auch sein mag: Hängen Sie das Gewürzregal niemals unmittelbar über der Kochstelle auf. Übermäßige Hitze und Gerüche schaden dem Gewürz.

Beim Kochen sollten Sie das Gewürzprodukt in der Tüte, aus der Dose oder dem Glas möglichst mit einem kleinen Löffel dosieren und nicht unmittelbar über den Kochtopf halten, da der aufsteigende Wasserdampf insbesondere bei gemahlenen Gewürzen zu Klumpenbildung führt.
Das Gewürz lässt sich später schlechter streuen und damit ungenauer dosieren und das Aroma wird auf Grund des Wasserdampfes gemindert.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spass beim kochen

Ihre Gudrun Burkhard